Objektbericht: Hotel Bad Teinach

Objektbericht: Hotel Bad Teinach

Das ehemalige Bad Hotel in Bad Teinach wurde modernisiert und dabei grundlegend umgebaut. Ein Teilabriss und eine Aufstockung standen an. Bei der konstruktiven Lösung kam der Holzbau zum Zug. Für den geforderten hohen Schall-, Brand- und Feuchteschutz setzten die Planer auf eine umfangreiche Palette von Knauf-Platten und brachten das neue „Hotel Therme“ damit auf den neusten Stand der Technik.

Ende 2015 öffnete das „Hotel Therme“ in Bad Teinach seine Pforten. Zuvor bekannt unter dem Namen Bad Hotel und eine Institution im Kurort, wechselte das Haus 2012 den Eigentümer. Ziel war, die Immobilie komplett zu modernisieren und dabei grundlegend umzubauen, um aus ihr ein zeitgemäßes Tagungshotel und Wellnesszentrum zu machen. Dabei sollte die Zahl der Zimmer auf 61 und damit annähernd verdoppelt, ein Wintergarten angebaut und das Thermalbad zu einem hochwertigen Wellnessbad ausgebaut werden.

Teilabriss und Aufstockung in Leichtbauweise als Lösung
Heute besticht das Vier-Sterne-Hotel im schönen Teinachtal des nördlichen Schwarzwaldes durch hohen Komfort. Dies ist wesentlich dem neu errichteten Gebäudeteil in Massivholz-Bauweise sowie den erforderlichen Aufbauten mit Knauf-Platten für einen normenkonformen Schall-, Brand- und Feuchteschutz zu verdanken.

Doch bis dahin war es ein weiter Weg: Bei der Bestandsaufnahme stellte sich heraus, dass sich weder das alte Thermalbad noch das bestehende Hotelgebäude aus den 1970-er Jahren auf einfachem und wirtschaftlichen Wege zu einem zeitgemäßen Ensemble würden umbauen lassen. Schnell war klar, man würde um einen Teilabriss nicht umhin kommen. Die Lösung bestand darin, das Bestandgebäude mit einer Gebäudegrundfläche von etwa 72,50 m x 21,50 m bis zur Decke über dem Erdgeschoss abzureißen und auf diesem mineralischen Sockel drei Geschosse in Holzmassivbauweise zu errichten. Zur Stabilisierung war es erforderlich, den “Unterbau“ aus Keller- und Erdgeschoss mit zusätzlichen Stützen zu ergänzen.

Oberhalb der alten Betondecke wählten die Tragwerksplaner einen Stahlträgerrost als Tragstruktur für den darauf aufsetzenden Holzbau. Dieses Lastverteilungsgitter überspannt den Unterbau wie ein Tisch und überträgt die Vertikallasten aus dem hölzernen Oberbau gezielt auf Stützen und Wandbereiche des Unterbaus, von wo sie in die Fundamente eingeleitet werden. Diese Lösung ermöglichte es, den statisch komplett anders strukturierten Oberbau auf den Unterbau aufzusetzen und die Eingriffe am Bestand zu minimieren. Die Gesamtidee des Bauherrn sah zudem vor, das Thermalbad so zu sanieren, dass es den heutigen Anforderungen entspricht und auch externe Gäste zum Besuch animiert.

Optimaler Luft- und Trittschallschutz bei Wänden und Decken
Im Rahmen seiner Funktion als Hotel musste der aufgestockte Neubautrakt erhöhte Schallschutzanforderungen erfüllen. Die Massivholzdecken (Brettsperrholz) zwischen den Geschossen wurden daher unterseitig von den Trockenbauern der mit den Arbeiten beauftragten Unternehmensgruppe Heinrich Schmid eine Lage 12,5 mm Knauf Gipskartonplatte Diamant GKFI befestigt, auf Direktschwingabhängern abgehängt. Den Zwischenraum in der Unterkonstruktion füllen eine 2 cm Luftschicht und 8 cm Knauf ECOSE® Dämmung. Wo es aus Schallschutzgründen erforderlich war, wurden die Decken zusätzlich mit einer zweiten Lage Knauf Silentboard beplankt.

Alle Zimmertrennwände wurden mit beidseitigen Vorsatzschalen auf Direktschwingabhängern (5 cm) ausgestattet. Die Beplankung besteht aus zwei Lagen 12,5 mm Knauf Gipskartonplatten Diamant GKFI. Den Zwischenraum in der Unterkonstruktion füllt auch hier Knauf ECOSE® Dämmung. Der Prüfstandwert für diese knapp 24,5 cm dicke Wandkonstruktion erreichte ein Schalldämm-Maß Rw von 69 dB.

Eine besondere Herausforderung stellte dabei eine Reihe von Wandelementen in mehreren Zimmern sowie im Wellnessbereich dar, die mit abgerundeten Innen- und Außenecken auszuführen waren. Die Unterkonstruktion dieser Wände realisierten die Handwerker mit Standard-UW- und CW-Profilen. Als Beplankung waren ursprünglich 6 mm Gipsplatten vorgesehen. „Weil wir aber vier Platten benötigt hätten, um eine Wandstärke von 2 x 12,5 mm zu erzielen und sauber an die angrenzenden Wände anschließen zu können, entschlossen wir uns für einen anderen Weg: Wir haben Bauplatten im 10-cm-Raster eingefräst, diese Wandabschnitte im Anschluss dann mit der jeweiligen Rundung gebogen und zuletzt verspachtelt“, berichtet der für die Baustelle seitens Heinrich Schmid zuständige Abteilungsleiter Jasmin Mujezinovic.

Hohe Brandschutzanforderungen im mehrgeschossigen Holzbau
Nachdem Holzkonstruktionen dann zulässig sind, wenn tragende, aussteifende und raumabschließende Bauteile hochfeuerhemmend ausgeführt werden, erhielten alle derartigen Wände einschließlich der Dachschrägen eine Beplankung aus Knauf Gipskartonplatten Diamant GKFI als Brandschutzbekleidung. Diese Kapselung garantiert für die Holzbauteile einen 60-minütigen Brandwiderstand (K260-Kapselkriterium nach DIN EN 13501-2). Wanddurchbrüche zur Leitungsführung wurden mit zwei Lagen 20 mm Knauf Fireboard-Platten bekleidet. Dies betraf insbesondere verschiedene Bereiche oberhalb der abgehängten Decken in den Zimmern und in den Fluren. Stahlträger und Stahlbauteile in dieser Ebene wurden ebenfalls zweilagig mit Knauf Fireboard verkoffert. „Darunter haben wir im Anschluss die reguläre Deckenkonstruktion abgehängt“, erklärt der Trockenbauer. Auch zwei große Installationsschächte, die sich im Wellnesstrakt sowie auf der gegenüberliegenden Seite des Gebäudes durch sämtliche Stockwerke ziehen, beplankten die Handwerker zweilagig mit 20 mm Knauf Fireboard-Platten.

Maximaler Feuchtigkeitsschutz im Wellnesstrakt
Eine der großen Herausforderungen des Projekts bestand in der Notwendigkeit, den Wellnesstrakt und hier insbesondere das Schwimmbad sowie die Massageräume mit feuchtigkeitsbeständigem Material zu beplanken. Aufgrund der extrem hohen Anforderungen an Baumaterialien in Schwimmbadanwendungen mit permanenter, sehr hoher Luftfeuchte und chlorhaltiger Luft wählten die Trockenbauer wegen ihrer hundertprozentigen Wasserbeständigkeit und Schimmelpilzresistenz daher die faserfreie, rein mineralische und zementgebundene Bauplatte AQUAPANEL® Cement Board Indoor. Als Unterkonstruktion dienten hier CW-Metallprofile in der Korrosionsschutzklasse C5, die nahezu ständiger Kondensation standhalten. Die Wände wurden doppelt beplankt – auch hier kam in der Unterkonstruktion ECOSE® Dämmung zum Einsatz. Im Anschluss wurden die Wände vollflächig mit Gewebe verspachtelt und zuletzt – in den Massageräumen – mit Vliestapete tapeziert bzw. im Schwimmbad und den hoch beanspruchten Bereichen der Duschen gefliest.

Die Zementbauplatte liefert alle Vorteile des Trockenbaus (schnell, leicht, preiswert und durch Ritzen und Brechen leicht zu bearbeiten). Sie ist ebenso stabil wie biegsam und erfüllt alle Brandschutzanforderungen. Überall dort, wo Feucht- und Nassräume durchgehend mit Spritzwasser in Berührung kommen – Gemeinschaftsduschen, Sanitärbereiche und natürlich auch Schwimmbadhallen – bietet AQUAPANEL® Cement Board Indoor den idealen Fliesenuntergrund. Die Platte ist komplett anorganisch und nicht brennbar (Baustoffklasse A1). Ihr Kern besteht aus Portlandzement und Zuschlagstoffen, die Platten sind beidseitig mit einem Glasgittergewebe armiert. Auch bei permanenter Wassereinwirkung behalten die Zementbauplatten, im Unterschied zu anderen Plattentypen, ihre Festigkeit und Stabilität und verhindern mit ihrem pH-Wert 12 die Bildung von Schimmelpilz.

Beständig auch in permanent feuchter und chlorhaltiger Luft
Hinzu kommt, dass AQUAPANEL® Cement Board Indoor eine hohe Beständigkeit in korrosiver, chlorhaltiger Umgebung zeigt, wie sie in Schwimmbädern gegeben ist. Die Beständigkeit gilt auch bei chlorhaltigen, desinfizierenden Reinigungsmitteln, die hier eingesetzt werden müssen. Zum System zählen entsprechend AQUAPANEL® Maxi-Schrauben mit einer speziellen korrosionsbeständigen Beschichtung, die in einem Salzsprühtest 720 Stunden garantiert korrosionsfrei bleiben.

Vor dem Verlegen der Fliesen wurde, wie bei jedem anderen Oberflächen-Finish auch, die gesamte Fläche mit AQUAPANEL® Grundierung versehen. Wo keine Fliesen, sondern ein Anstrich gefragt war, führten die Fachleute die Oberflächen in Q3 mit AQUAPANEL® Fugen- und Flächenspachtel aus.

Als Unterkonstruktion der abgehängten Decken wurden entsprechende Metallprofile gemäß DIN 18182 genutzt – je nach Ort und der entsprechenden Feuchtigkeits- und Chlorbelastung in C3 bis C5 korrosionsgeschützt beschichteter Variante: In den Massageräumen wählten die Monteure C3 Profile, im Schwimmbad und in den Umkleideräumen aufgrund der höheren Feuchtigkeitsbelastung C5 Profile. Als Beplankung dienen in allen Bereichen Knauf Drystar-Boards. Je nach Anforderung wurden diese ein- oder zweilagig eingesetzt und im Anschluss in Q3-Qualität gespachtelt.

Abtreppungen für Lichtvouten im Wellnessbereich und in den Fluren sowie im Eingangsbereich realisierten die Handwerker auf Basis regulärer Unterkonstruktionen mit CD- und UD-Profilen. Um qualitativ hochwertige Kanten zu erstellen, frästen sie die hier eingesetzten Knauf Drystar-Platten bzw. – im Eingangsbereich – Knauf Bauplatten vor Ort mit dem Fräsgerät sauber aus. Im Anschluss wurden diese gefaltet, montiert und verspachtelt, um eine hochwertige Oberfläche zu erzielen, die auch bei Beleuchtung keinerlei Unebenheiten aufzeigt.

Die solide Bauweise hat sich bewährt
Seit seiner Eröffnung erfreut sich das Hotel Therme mit seiner Wellnessoase großer Beliebtheit – nicht nur bei seinen Hotelgästen, sondern auch bei externen Besuchern. Es hat sich außerdem längst herumgesprochen, dass die neuen Hotelzimmer im Holzbau eine besondere Atmosphäre haben. Nicht zuletzt, weil der Schallschutz stimmt. Die solide Bauweise schützt die Privatsphäre. Dies und vieles mehr wissen die Gäste zu schätzen.

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